Sonderausstellung

FERTIG? LOS! Die Geschichte von Sport & Technik: bis 10. Juni 2019

Ohne Regeln und Normen, moderne Materialien, genaue Zeitmessung und medizinische Erkenntnisse gäbe es kein „Höher, schneller, weiter“. Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren wir moderne und historische Objekte. Außerdem kann man an interaktiven Stationen seine Balance auf einer Slackline testen oder wie ein TV-Reporter Fußballspiele kommentieren. Eine Ausstellung in sechs Kapiteln.

Broschüre zur Ausstellung

Veranstaltungen

Ob Vortrag, Filmvorführung oder Museumstag – bei uns steht alles im Zeichen des Sports.

Freizeitangebote

Schon mal über eine Geburstags-Olympiade nachgedacht? Oder wie wäre es mit einem Team-Wettkampf in verschiedenen Disziplinen mit Freunden oder Kollegen?

Angebote für Schulen und Lehrkräfte

Wie wird eigentlich Leistung im Sport gemessen und in welchen Sportarten spielt Fairness eine besondere Rolle? Das erfahren Schülerinnen und Schüler in Workshops und bei interaktiven Führungen.

Führungen

Neu im Angebot sind After-Work-Führungen, die im Vorfeld von Veranstaltungen zu Sport und Technik angeboten werden. Daneben gibt es regelmäßig Überblicksführungen.

I. Aus Bewegung wird Wettkampf

Ohne Industrialisierung kein „Höher, schneller, weiter“? Messbare Leistung bekommt im 19. Jahrhundert in Arbeit und Sport zentrale Bedeutung. Reglementieren, normieren, quantifizieren und rationalisieren – im modernen Sport spiegelt sich die Industrialisierung. Das Ziel lautet: Leistungssteigerung bis zum Rekord. Beginnt alles mit Männern aus der Mittel- und Oberschicht, so wird Sport ab 1920 zum Mittel gesellschaftlicher Teilhabe. Die Sportbegeisterung der Arbeiter befördert den Massen- und Publikumssport, die Sportkultur wird global, auch für Frauen. Sport bewegt Menschenmassen, und das lässt sich politisch instrumentalisieren, von den Olympischen Spielen von 1936 durch die Nazis bis zum Medaillenkampf zwischen Ost und West während des Kalten Krieges.

II. Technisches Training des Körpers

Der Sport wird akribisch erforscht. Die Biomechanik macht das fein abgestimmte Zusammenspiel von Nerven, Muskeln, Knochen und Gelenken transparent. Instrumente wie Kraftmessplatten oder Fahrradergometer messen den Leistungsstand und optimieren das Training. Technisches Training für den Körper wird immer wichtiger: Bereits um 1900 werden erste Heimtrainer vermarktet, und heute prüfen selbst Breitensportler mit tragbaren Messgeräten Pulsfrequenz und Laktatwerte. Doch wie so oft bleibt es nicht bei Möglichkeiten und Chancen: Manche Sportlerinnen und Sportler steigern – gewollt oder gezwungen, bewusst oder unbewusst – die Leistungsfähigkeit ihres Körpers durch Doping. Das ist medizinisches Tuning, ein Risiko und kein Fair Play.

III. Material macht Sieger

Wer ist der oder die Beste? Die Ausstellung zeigt es: Technik spielt dabei eine entscheidende Rolle. Materialien wie Kunststoffe oder spezielle Metalle ermöglichen neue Bauformen und verbesserte Eigenschaften von Sportgeräten und Sportkleidung. Im Behindertensport führen optimierte Unterschenkel-Sportprothesen zu neuen Höchstleistungen. Der Prothesenfuß aus Carbon wirkt wie eine Feder und gibt die beim Auftreten eingesetzte Energie an den Sportler zurück. Kann durch Technik also aus einem Handicap ein Wettbewerbsvorteil werden? Leistungsgrenzen verschieben sich, aus Handwerk wird industrielle Massenproduktion. Es entsteht eine breite Sportartikelindustrie mit modernen Fertigungsmethoden und Milliardenumsätzen.

IV. Leistung wird vergleichbar

Gewinnen oder verlieren – der moderne Sport lebt vom Vergleich sportlicher Leistungen. Basis dafür sind exakte Messungen und klare Regeln. Automatisierung schließt die Fehlerquelle Mensch immer weiter aus. Statt Auge, Hand und Stoppuhr nutzt man Startpistole, Lichtschranke und elektronische Zeitmessung. Vom Zielfoto über die Weitenmessung durch Lichtstrahlen, die Torlinientechnik mit Hochgeschwindigkeitskameras bis zum Videobeweis: Technik wird immer ausgefeilter genutzt, weil sie Leistung nachweisbar misst.

V. Bühnen für den Sport

Bühnen für den Sport Emotionen, Rekorde, Gewinner, Verlierer – Sport fasziniert die Menschen und wird zum Massensport. Er schafft Helden, Mythen und Geschichten. Er braucht eine Bühne, wie das Deutsche Stadion in Berlin (1913) oder die Fußballarenen der Jetztzeit, und er braucht Hör- und Sichtbarkeit, wie die Liveübertragung über das Kofferradio am Baggersee oder die Live-Events auf öffentlichen Plätzen, das sogenannte „Public Viewing“. Alles eine Sache der Technik. Spitzensport wird so zum Geschäft, Spitzensportler werden Stars mit Werbeverträgen in Millionenhöhe. Und der Zuschauer ist ein Fan, der Merchandising-Artikel kauft. Randsportarten bleiben solche Einnahmequellen oder die aus Fernsehübertragungen verwehrt. Das führt zu einer sportlichen Mehrklassengesellschaft und auch zu Kritik.

VI. Von „Trimm-Dich“ zu Rafting

Der Sport entwickelte sich analog zur sich wandelnden Gesellschaft: Über Sneaker und Sportkleidung ist er Bestandteil des Alltags und prägt die Erlebnisgesellschaft nicht mehr ausschließlich leistungsorientiert, sondern durch neue individualisierte und am Erlebnis ausgerichtete Trendsportarten. Von der „Trimm-Dich“-Bewegung über Aerobic und Bodybuilding bis zu Bodyshaping – hier steht nicht der Leistungsgedanke, sondern stehen Gesundheit, Aussehen, körperliche Selbstoptimierung und das reine Erleben im Mittelpunkt. Manchmal auch extreme Grenzerfahrungen.

Jubeln & gewinnen - Gewinnspiel #FertigLos

Jubeln wie die Meister – und besser! Wir suchen die schönsten Siegerposen, seid ihr dabei?

Am Ende der Ausstellung geht's aufs Siegertreppchen und ihr könnt den Pokal in die Höhe recken.
Werft euch dort in Pose und teilt euren Schnappschuss unter #FertigLos auf Facebook, Instagram oder Twitter!

Für die originellsten Jubelbilder verlosen wir monatlich sportliche Preise