Vom Einzelstück zur Industrie 4.0: TECHNOSEUM eröffnet neuen Ausstellungsbereich zum Automobilbau

Ein Auto „Made in Germany“ steht wie kaum ein anderes Produkt für deutsche Wertarbeit – und das trotz des Abgasskandals bei VW und der unsicheren Zukunftsaussichten bei Opel. In Deutschland, dem Land, in dem 1886 das Auto erfunden wurde, ist der Automobilbau eine Schlüsselindustrie, die vor großen Herausforderungen steht. Ob die rundum vernetzte Fabrik, Elektromobilität, autonomes Fahren oder Carsharing: Die Produktion ändert sich derzeit ebenso grundlegend wie die Nutzung des Autos. Seiner bewegten Geschichte von den Anfängen in Mannheim bis hin zu den Zukunftsaussichten der Branche widmet das TECHNOSEUM einen neuen Bereich in seiner Dauerausstellung. Ab dem 17. März 2017 ist der Abschnitt Automobilbau für die Besucherinnen und Besucher zugänglich und zeigt neben 18 Autos und 23 Zweirädern auch diverse interaktive Stationen. An ihnen kann man das Fahrgefühl der Autopioniere nachempfinden, die noch mit Stahlfelgen übers Kopfsteinpflaster holperten, oder gemeinsam mit einem Roboter ein Modellauto konstruieren.

„Das TECHNOSEUM würdigt in der neuen Ausstellungseinheit Mannheim als Wiege des Autobaus. Das wird möglich durch zahlreiche Objekte und Archivalien, die aus dem Nachlass der Familie des Auto-Erfinders Carl Benz stammen“, sagt Dr. Hajo Neumann, Referent am TECHNOSEUM und Kurator der Ausstellung zum Automobilbau. Das TECHNOSEUM hat die Objekte im vergangenen Jahr als Schenkung von Gertrud Elbe, Witwe eines Haupterben aus der Familie Benz, erhalten. So sind in der neuen Ausstellung etwa ein Brief von Henry Ford an Carl Benz, ein Reisebericht eines frühen Benz-Kunden und ein Zirkelkasten des Autopioniers zu sehen sowie ein Tourenwagen von 1924, den die Firma C. Benz Söhne in Ladenburg fertigte. „Dies ist ein handwerklich gefertigtes Auto aus einer Zeit, in der die Fließbandfertigung bereits auf dem Vormarsch war“, so Neumann. Diese Übergangperiode verdeutlichen in der Ausstellung ein Opel 4 aus dem Jahr 1929, der zu den ersten an einer Montagestraße gefertigten Modellen in Deutschland gehörte, und ein Ford Modell T. Letzteres zeigt die so genannte „Hochzeit“, die Zusammenführung von Karosserie und Fahrgestell, die bis heute in der Autofertigung typisch ist. Mehrere Themenräume zeichnen die Geschichte des Automobilbaus nach, etwa die Gleichschaltung der Autoindustrie im Dritten Reich und die Massenmotorisierung in der Nachkriegszeit. Ergänzt werden sie durch die Präsentation zahlreicher Fahrzeuge. „Der neue Ausstellungsbereich ist wie ein abstrakter Marktplatz gestaltet, um den sich Häuser gruppieren mit Schaufenstern, entlang derer die Besucherinnen und Besucher flanieren können. Im Zentrum sind verschiedene Fahrzeuge auf abstrahierten Fahrbahnen strahlenförmig angeordnet“, erläutert Fabian Lohrer vom Atelier Lohrer – Architekten und Museumsgestalter, das diese Einbauten konzipierte und mit der Umsetzung betraut war.

Mit Heckflossen aufs Wasser
Teil der Schau sind zahlreiche Kultautos, mit denen etliche Besucher eigene Erinnerungen verbinden dürften: Dazu gehören etwa ein VW Käfer mit dem legendären Brezelfenster, ein VW Bulli T2, ein Trabbi und eine BMW Isetta, die die der Volksmund aufgrund ihres sehr überschaubaren Innenraums „Knutschkugel“ taufte, sowie ein Wankel Ro 80, eine Stilikone der 1980er Jahre. Besonders kurios: das Amphicar aus den 1960er Jahren, das sich zu Lande und zu Wasser einsetzen ließ und mit seinen Chromleisten und Heckflossen US-amerikanische Straßenkreuzer imitierte. Beim Rundgang können die Besucher auch selbst aktiv werden und unter anderem in einer virtuellen Automobil-Manufaktur von 1914 arbeiten. Dabei zeigt sich, dass die Fertigung am Fließband zwar deutlich schneller ist, damit aber auch weniger auf individuelle Kundenwünsche eingegangen werden kann. Wer möchte, kann am Ende gemeinsam mit einem Fertigungsroboter ein Automodell aus Komponenten bauen, die zuvor am 3D-Drucker ausgedruckt wurden, oder an einem Abschnitt einer Original Fertigungsstraße aus Zuffenhausen erfahren, wie die Karosserie des Porsche 911 einst zusammengeschweißt wurde. Wichtiges Element der Ausstellung ist die Alltagskultur rund ums Auto: So kann man diverse Tret- und Rutschautos für Kinder sowie Nummern- und Verkehrsschilder aus allen Epochen bewundern – und über die Wackeldackel-Sammlung des TECHNOSEUM schmunzeln.

Lokal und global von Bedeutung
„Die Automobilgeschichte ist nicht nur ein wichtiges Kapitel der Technikgeschichte, sondern auch der Mannheimer Lokalgeschichte. In der Vergangenheit haben wir immer wieder die Restaurierung und Anschaffung einzelner Fahrzeuge finanziert, die nun in der Ausstellung zu sehen sind. Dieses Ausstellungsprojekt als Ganzes zu unterstützen, war uns ein Herzensanliegen“, so Peter Frankenberg, Vorsitzender des Freundeskreises TECHNOSEUM, der gemeinsam mit der Stiftung TECHNOSEUM die Einrichtung des Ausstellungsbereiches finanziell gefördert hat. „Wir arbeiten seit längerem an der Neugestaltung der Ebene F in unserem Haus, und nach der Einrichtung der Elementa 3 im Jahr 2011 und der BIONIK-Ausstellung 2013 wird unsere Dauerausstellung nun um ein weiteres wichtiges Kapitel reicher“, sagt TECHNOSEUM-Direktor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke.

Finanziell unterstützt wurde das TECHNOSEUM bei der Gestaltung des Ausstellungsbereiches Automobilbau außerdem von der Robert Bosch GmbH, der Daimler AG, der FUCHS PETROLUB SE, der Wilhelm-Müller-Stiftung und der Heinrich-Vetter-Stiftung.

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TECHNOSEUM

Museumsstr. 1
68165 Mannheim
Tel. 0621 / 4298-9
E-Mail: info(at)technoseum.de
geöffnet täglich 9.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt: 8,00 Euro, ermäßigt 5,00 Euro, Familien 16,00 Euro,
Kinder bis 6 Jahre frei

Buchung von Führungen und Workshops: Tel. 0621 / 4298-839 oder E-Mail an: paedagogik(at)technoseum.de

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Ausstellungsplakat
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Das von Hans Trippel konstruierte Amphicar, das sich sowohl zu Lande als auch zu Wasser einsetzen ließ
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Nachbau des Benz-Patentmotorwagens von 1886
Bildquelle: TECHNOSEUM, Klaus Luginsland

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Ein Roboter baut gemeinsam mit Besuchern ein Modellauto zusammen und verdeutlicht auf diese Weise, wie die vollautomatisierte Fertigung in der heutigen Industrie funktioniert.
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