Sprich-wörtlich
Jedes Sprichwort, das wir verwenden, hat seine eigene Geschichte. So gibt es viele Redewendungen, deren Ursprung uns heute nicht mehr geläufig ist. In der Serie „Sprich-wörtlich“ stellen wir Redensarten vor, die technischen Ursprungs sind, vor allem während der Zeit der Industrialisierung aufkamen und noch heute fest im allgemeinen Sprachgebrauch verankert sind.
„Eine lange Leitung haben“
Wer gerade eine lange Leitung hat oder auf ihr steht, versteht den Sachverhalt, um den es gerade geht, nicht auf Anhieb und braucht – im Gegensatz zu seinem Gegenüber - eine Weile, um ihn zu begreifen. Aber warum steht er dann auf der Leitung?
Ursprung in der Elektrotechnik
Wir ärgern uns heute, wenn das Funknetz unseres Handys Probleme macht und das Telefonieren dadurch erschwert wird. In den Anfängen der Telegrafie und Telekommunikation im 19. Jahrhundert hatte man durchaus ebenfalls seine Schwierigkeiten: Weder hatte man die Sicherheit, dass eine Übertragung klappen würde, noch war die Qualität gesichert. Die Verbindung zwischen Absender und Empfänger war umso fehlerhafter, desto größer die Entfernung zwischen den beiden war und demnach auch die Leitungen entsprechend länger waren. In der Vorstellung der meisten Menschen damals waren es keine elektrischen Impulse, die so übertragen wurden, sondern fälschlicherweise wurde angenommen, dass die Inhalte als solche durch die Leitungen fließen würden. War die Leitung blockiert oder war die Verbindung schlecht, mussten eben äußere Einflüsse dafür verantwortlich sein.
Wie die Kommunikation um 1900 funktionierte, können Besucherinnen und Besucher in der Elementa 2 erfahren und erleben: So kann man etwa selbst per Morse-Zeichen kommunizieren oder elektromagnetische Wellen aus der Nachrichtentechnik beobachten. Und die Leitungen sind selbstverständlich frei.
Vorschau
Im nächsten Monat gehen wir der Frage nach, was es bedeutet, „vom Hundersten ins Tausendste“ zu kommen.

- In der Elementa 2 kann man experimentieren, welche Kommunikationsmittel es um 1900 gab.