Im TECHNOSEUM entdeckt: Die Tischuhr

Der schnelle Blick auf die Uhr, um sich zu vergewissern, ob man den Termin noch rechtzeitig schafft, war für die Menschen vor über 200 Jahren weder nötig noch möglich – zwar gab es schon im 14. Jahrhundert erste öffentliche Kirchenuhren, doch zum einen waren sie sehr ungenau und zum anderen für die Menschen eher eine Orientierung im üblichen Tagesablauf. Es war die Natur, die mit dem Auf- und Untergang der Sonne die Zeit angab.

Zeit bekommt einen Wert
Erst mit der Entwicklung der Pendeluhr war eine bis auf die Sekunde genaue Zeitmessung möglich. Die „Industriezeit“ begann das Leben der Menschen zu prägen. „Time is money“ – dieser Ausspruch von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1748 zeigt gut, wie Zeit zum Instrument wurde: Zeit wurde knapp und kostbar und es galt sie sinnvoll zu nutzen, um den ökonomischen Anforderungen gerecht zu werden. Schnell wurde der Blick auf die aktuelle Uhrzeit allerorts ermöglicht: Uhren an Rathäusern und Kirchen sowie in Bürgerstuben und Fabrikgebäuden zeigten an, was die Stunde geschlagen hatte.

Vom Luxus zum Alltagsaccessoire

Wer im 18. Jahrhundert mit der Zeit gehen wollte, trug eine Uhr bei sich. Oft waren sie künstlerisch in Ringe, Broschen oder sogar Spazierstöcke eingearbeitet und auch immer stärker etwa als Tischuhr in den eigenen vier Wänden präsent. Uhrenteile wie Räder, Zifferblätter und Spindeln konnten serienmäßig schneller und billiger hergestellt und in andere Länder exportiert werden – die Anschaffung einer Uhr wurde so auch für Geringverdiener erschwinglich.

Antike Vorbilder
Die vergoldete Tischuhr mit Schlagwerk und Pendel aus der Zeit um 1760, die im TECHNOSEUM zu sehen ist, stammt aus dem südwestdeutschen Raum. Sie ist aus Holz und in Form einer antiken Ruine hergestellt, in deren Rundbogenarchitektur die kreisrunde Uhr zu finden ist. Die mit dem Schlagwerk für Stunden und Viertelstunden ausgestattete Uhr zeigt auf dem emaillierten Zifferblatt von innen nach außen die Tage, Stunden und Minuten an. Die Optik ahmt eine Schmiede nach, in der zwei Putten an einem Amboss und einem Blasebalg, der verloren gegangen ist, arbeiten. Sie stehen als Sinnbild für den Spruch „Schmiede Dein Glück, solange Du Zeit hast“.

Wo im TECHNOSEUM?

Auf der Ebene B im Bereich Wissenschaft und Aufklärung. 

Die vergoldete Tischuhr mit Schlagwerk und Pendel stammt aus der Zeit um 1760.
printSeite Empfehlen