Im TECHNOSEUM entdeckt: Das Deklinatorium Magneticum

Christian Mayer erwarb um 1790 für die Mannheimer Sternwarte ein Deklinatorium. Doch für was genau war dieses astronomische Instrument gut?

Ein Meister seines Fachs
Astronomische Instrumente mussten präzise und verlässlich arbeiten. Einer der bekannten Präzisionsmechaniker des 18. Jahrhunderts war der Regensburger Georg Friedrich Brander.1713 als Sohn eines Materialwarenhändlers geboren, begann er sich schon früh für Mechanik und Technik zu interessieren. Nach seinem Studium der Mathematik und Physik lässt sich Brander 1734 in Augsburg nieder, wo er verschiedene optische Geräte und Werkzeuge herstellt, wie etwa 1737 das erste Spiegelteleskop in Deutschland.

Europaweiter Erfolg
Weil Brandners Geräte nicht den Qualitätsvergleich mit Instrumenten aus England scheuen mussten, durfte er schon bald Höfe und Akademien in ganz Europa beliefern. So auch die Mannheimer Sternwarte, die das Deklinatorium Magneticum um 1780 auf Anraten Christian Mayers erworben hatte, um meteorologische Daten aufzuzeichnen.

Magnetisches Pendel
Mit dem Deklinatorium Magneticum, das im TECHNOSEUM zu sehen ist, konnten die Astronomen und Wissenschaftler die Richtung des magnetischen Erdfeldes berechnen, indem sie die
Abweichung der magnetischen Nord-Süd-Richtung vom geographischen Meridian genau bestimmten. Das Instrument ist aus Metall, Holz und Glas gefertigt und wurde um 1770 von Brander konstruiert und gebaut. In dem filigranen Messinggehäuse, das an beiden Enden verglast ist, befindet sich eine Magnetnadel. Der Kasten selbst ist fest auf einer Steinplatte montiert, an der eine feste Skala angebracht ist. Diese gibt Auskunft über die Schwingungen der Magnetnadel, die bei der Entfernung der Nadel aus der ausgependelten Lage an unterschiedlichen Orten zu verschiedenen Zeiten gemessen wurde. Ein Faden, der in Längsrichtung gespannt ist, zeigt dem Betrachter dabei die Abweichung an.

Wo im TECHNOSEUM?

Auf der Ebene A im Bereich der Sternwarte.

Deklinatorium Magneticum
Die Mannheimer Sternwarte hatte das Deklinatorium Magneticum um 1780 auf Anraten Christian Mayers erworben.
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