26.01.2018

Familienplanung auf Eis gelegt

Dr. Manfred Fuchs-Kolloquium beschäftigt sich mit Social Freezing

Die Karriere ohne Knick: Das wird Frauen beim Social Freezing versprochen. Die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen, die sich in späteren Jahren nutzen lassen, ermögliche eine Berufsplanung ohne Stress und die Familiengründung zum gewünschten Zeitpunkt. Firmen wie Apple und Facebook wollen für ihre Mitarbeiterinnen sogar die Kosten übernehmen. Das Dr. Manfred Fuchs-Kolloquium, das am Freitag, den 26. Januar um 18.00 Uhr im TECHNOSEUM stattfindet, geht der Frage nach, ob diese Maßnahme der Frau wirklich zu mehr Freiheit verhilft. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

So sieht Dr. med. Jörg Puchta vom Kinderwunschzentrum an der Oper in München im Social Freezing einen Sieg über die biologische Uhr und den entscheidenden Schritt zur Selbstbestimmung für die Frau. Allerdings sollte der Zeitpunkt der Eientnahme nicht zu spät gewählt werden, und jenseits der 50 sei aus seiner Sicht eine Schwangerschaft ethisch und medizinisch nicht mehr vertretbar. Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, plädiert dafür, dass sich die Arbeitswelt weiblichen Lebensläufen anpassen sollte und nicht umgekehrt: Frauen würden mit Social Freezing aufgefordert, sich den Interessen des Arbeitgebers unterzuordnen und sich beständig selbst zu optimieren. So entstehe vor allem ein neuer Druck und keine Emanzipation. Durch die Diskussion führt Journalistin Barbara Vorsamer, die für die Süddeutsche Zeitung vor allem zu Familienthemen und Rollenbildern schreibt.

 

Mit dem Kolloquium würdigt das TECHNOSEUM die besonderen Verdienste von Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs, der von 1995 bis 2011 Vorsitzender des Museumsvereins für Technik und Arbeit e.V. war. Die Veranstaltung findet jährlich statt, im Mittelpunkt stehen dabei stets relevante Aspekte gegenwärtiger und zukunftsorientierter Technologiefragen, die mit Experten diskutiert werden.

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