Mit dem Urheberrecht nahm er es nicht so genau. Aber wenn es um die großen Namen in der deutschen Automobilindustrie geht, darf Ferdinand Porsche nicht fehlen. Der Radnabenelektromotor, die Drehstabfederung, das Lohner-Porsche Elektromobil – alles Erfindungen, die mit dem Automobilkonstrukteur und Gründer der Firma Porsche verknüpft sind. Auch das meistverkaufte Auto der Welt, der VW Käfer, geht auf sein Konto. Ein Irrtum, wie sich später erwies.

Technikfan Porsche

1875 im böhmischen Maffersdorf geboten, zeigte Ferdinand Porsche schon früh technisches Geschick, indem er als Jugendlicher etwa im Betrieb seines Vaters eigenhändig eine elektrische Beleuchtungsanlage einbaute. In seiner eigenen Werkstatt, die er sich unter dem Dach des Elternhauses eingerichtet hatte, konnte er ungestört experimentieren. Ungebremst schien sein Wissensdurst: Als 18-Jähriger fing Porsche in der Vereinigten Elektrizitäts-AG Béla Egger in Wien an und schaffte es, innerhalb von nur vier Jahren vom Mechaniker zum Leiter der Prüfabteilung aufzusteigen. 1896 meldete er hier dann auch seine Konstruktion des Radnabenelektromotors zum Patent an. Und schon drei Jahre später baute er bei den Lohner-Werken das erste Hybridfahrzeug der Welt, den so genannten Lohner-Porsche, der mit einem Otto- und Elektromotor ausgestattet war.

Der Käfer kommt

Nach Station bei Austro-Daimler arbeitete er auch für die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Mannheim. Hier konstruierte er Luxuslimousinen, von denen das Technoseum ein Exemplar in seiner Sammlung beherbergt. 1930 war es an der Zeit, sich selbständig zu machen: Am 1. Dezember eröffnete Porsche in der Stuttgarter Kronenstraße 24 sein Konstruktionsbüro „Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH, Konstruktionen und Beratung für Motoren und Fahrzeuge“. 1934 dann der absolute Großauftrag: Die Entwicklung des Volkswagens unter der Projektnummer 60. Porsche beschreibt in seinem Exposé im Januar 1934, dass das Auto Platz für zwei Erwachsene und drei Kinder haben, eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erreichen und im Durchschnitt nicht mehr als sieben Liter auf 100 km verbrauchen sollte. Schon im Juni folgte der Vertrag mit dem Reichsverband der Automobilindustrie. Laut Vorgaben von Adolf Hitler sollte der Wagen weniger als 1.000 Reichsmark kosten und somit für jeden erschwinglich sein. 1938 wurde der erste Volkswagen der Öffentlichkeit präsentiert. Ausgeliefert wurde er nie. Der „KdF-Wagen“ sollte erst nach dem Zweiten Weltkrieg als „Käfer“ Weltkarriere machen.

Wer hat den Käfer konstruiert?

„Kein Interesse“ bekam der junge Ingenieur Béla Bárenyi 1932 in Stuttgart von Ferdinand Porsche als Antwort, als er ihm seinen Entwurf für ein völlig neues Auto vorstellte: einen luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor in einer stromlinienförmigen Karosserie. Zwei Jahre später stellte Porsche seinen Entwurf den Nazionalsozialisten vor. Ein Zufall? Bárenyi konnte sich jedenfalls den Urheberrechtsstreit mit dem Porsche-Unternehmen nicht leisten und musste zuschauen, wie sich sein Entwurf innerhalb weniger Jahre zum Serienauto entwickelte. 1955 bekam er endlich vor Gericht Recht und konnte seine Urheberschaft und seine Ansprüche durchsetzen - da war Ferdinand Porsche bereits verstorben und der Käfer in den Köpfen als Porsche-Fahrzeug festgesetzt.

Der sportliche Porsche

Das Bild des luxuriösen Sportwagens Porsche wurde vor allem durch Porsches Sohn Ferry begründet: 1947 begannen Vater und Sohn mit Unterstützung ihres Chefkonstrukteurs, einen zweisitzigen Sportwagen zu entwickeln. Unter der Projektnummer 356 entstand der Porsche sowohl als Coupé als auch in einer offenen Version und wurde zum Grundtypus einer ganzen Sportwagendynastie. Stuttgart-Zuffenhausen wurde ab 1950 zum Produktionsstandort für den "Porsche Typ 356-Sportwagen".

Porsche im TECHNOSEUM

Im Vorführbetrieb wird ab April 2017 in der Ausstellung zur Geschichte des Automobilbaus ein originales Teilstück der Rohkarosseriefertigung des Porsche 911 zu sehen sein.

Dr. Ferdinand Porsche im Jahr 1940. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-2005-1017-525 / CC-BY-SA 3.0
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