Autos für den „Führer“

Die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 durch Adolf Hitler änderte die Verkehrspolitik um 180 Grad: Die militärischen Pläne des NS-Staates verschafften der Autoindustrie gewinnbringende Aufträge. Gleichzeitig wurden Projekte der Weimarer Republik, wie der Bau von Autobahnen, vorangetrieben. Nicht ohne Hintergedanken, denn ein großer Teil der NS-Verkehrspolitik arbeitete auf einen künftigen Krieg hin. Der Autoboom sollte die deutsche Wirtschaft stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.

Das Auto für das Volk

Wer sich privat ein Auto kaufen wollte, bekam staatliche Förderungen. Zeitweise schuf das Regime sogar die Kraftfahrzeugsteuer ab. 1934 wurde Ferdinand Porsche beauftragt, ein preiswertes Auto für den Massenmarkt entwickeln. Laut Vorgaben des Führers sollte der Wagen weniger als 1.000 Reichsmark kosten und somit für jeden erschwinglich sein. 1938 präsentierte man den ersten Volkswagen der Öffentlichkeit. Ausgeliefert wurde er nie. Der zweite Weltkrieg begann.

Autos für den Krieg

Mit Kriegsbeginn produzierte die Autoindustrie ausschließlich für das Militär. Für Privatpersonen setzen stattdessen Fahrverbote ein, Autos wurden einfach enteignet. Und in den Produktionshallen aller großen Automobilhersteller arbeiteten ausländische Zivilisten, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Tag und Nacht – oft bis zum Tod. Die Fragen der historischen Aufarbeitung und einer möglichen Wiedergutmachung beschäftigen die Unternehmen bis heute.

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