Autos am laufenden Band

Von einer Krise in die nächste: Nach dem ersten Weltkrieg hatten es deutsche Autohersteller nicht einfach, denn politische Schwankungen und Wirtschaftskrisen machten es nahezu unmöglich, einen festen Markt aufzubauen. Innerhalb weniger Jahre verloren sie den Anschluss an moderne Fertigungsmethoden und investierten auch nicht mehr in neue Technik. Das übernahmen andere Länder, allen voran die USA: Sie konnten Fahrzeuge inzwischen günstiger anbieten; zudem waren sie technisch der deutschen Industrie jener Zeit überlegen.

Masse vom Band

Mit dem Modell T, auch „Tin Lizzy“ („Blechliesel“) genannt, begann das Zeitalter der Massenfertigung im Automobilbau. Henry Ford ließ das seit 1908 produzierte Fahrzeug ab 1914 auf Fließbändern montieren, womit der Verkaufspreis des ohnehin günstigen Wagens um weitere zwei Drittel sank. Alle Ford T waren dabei baugleich, ohne Komfort und wurden nur in schwarz ausgeliefert, um die Produktionskosten gering zu halten. Die robuste Bauweise und Reparaturfreundlichkeit des Ford T machten ihn langlebig und zuverlässig. Bis 1927 sollte das Modell T mit wenigen Änderungen 15 Millionen Mal vom Band gehen. 

Deutschland sucht den Anschluss

Deutsche Unternehmer und Gewerkschaften sahen in Fließbandfertigung einen Ausweg aus ihrer Misere. Produktivitätssteigerung bei geringen Produktionskosten, das klang mehr als verlockend. Wegen hoher Investitionskosten sollten noch einige Jahre ins Land ziehen, bis flächendeckend auf dem Fließband produziert wurde.  Mitte der 1920er Jahre griffen noch wenige Autohersteller auf diese Produktionsweise zurück. Stattdessen ging es darum, sich von amerikanischen Vorbildern zu lösen und sich mit Frontantrieb und Zweitaktmotor auf dem Automarkt zu behaupten.

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