Dr. Thomas Kosche, Kurator der Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre"

Original aus dem Königshaus

Auf 16 Kilometer kommt Thomas Kosche an einem normalen Arbeitstag. Der Kurator der Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre“ im TECHNOSEUM schwingt sich täglich aufs Rad auf den Weg zur Arbeit oder in die Stadt. Karl Freiherr von Drais legte am 12. Juni 1817 bei seiner ersten Ausfahrt mit der von ihm erfundenen Laufmaschine auch schon bereits stolze 14 km zurück. Seit dieser ersten „Radtour der Geschichte“ vor 200 Jahren ist viel passiert: Mit der Laufmaschine als Vorläufer des Fahrrades ist Drais eine Erfindung gelungen, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist und die Kosche mit seinem Team in der neuen Sonderausstellung in all ihren Facetten zeigt.

Direkt aus dem Königshaus
Über 100 Fahrräder sind in der Ausstellung zur Geschichte des Fahrrades zu sehen. „Von frühen Laufmaschinenmodellen aus den 1820er Jahren über das Tretkurbel-Velociped und das Hochrad bis hin zum Sicherheitsniederrad und dem modernen Singlespeed zeigen wir die technische Entwicklung, die das Rad bis heute vollzogen hat“, so der 59-Jährige. Sich jeden Tag mit Rädern zu beschäftigten und welche um sich haben, blieb auch beim Radliebhaber nicht ohne Folgen: „So ein Rennrad mit altem Rahmen hat schon etwas, und ich überlege, mir eventuell eines im Frühjahr zuzulegen.“ Zum Lieblingsobjekt hat sich allerdings ein anderes Exponat der Ausstellung gemausert: „Die Laufmaschine mit der originalen Lizenzplakette des Freiherrn von Drais aus dem holländischen Königshaus ist nicht nur ein optisches Schmuckstück, sondern aus kuratorischer Sicht auch das wertvollste, was wir zeigen“, so Kosche.

Verschiedene Gewichtsklassen
Überraschend war für den Kurator so manches Ergebnis auf der Waage. „Jedes Objekt, das in die Ausstellung kommt, wurde von uns vorher gewogen. Und bei den Fahrrädern gab es enorme Gewichtsunterschiede zu beobachten. Von 8 Kilogramm bei einem Leichtmetall-Rad, das schnell vom Fleck kommen muss, bis hin zu einem 20 Kilogramm schweren Drahtesel, der aus Gründen der Stabilität aus schweren Materialien gefertigt wurde, haben wir alles dabei“, berichtet der Kurator.

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