Der Film: Lust auf Technik?

Bildung und die Vermittlung technischer Zusammenhänge über faszinierende Erfahrungen gehören für das TECHNOSEUM zum Kern der Arbeit. In einem neuen Film-Spot, visualisiert das TECHNOSEUM deshalb auch die Faszination Technik. Das Museum will Zuschauer mit dieser Faszination anstecken, um dann vor Ort sein zentrales Versprechen einzulösen: Nichts ist spannender als Technik.

„Das Museum ist ein Ort des Erfahrens“, sagt Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Direktor des TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim. Museumsbesuche helfen, Bildungslücken zu schließen. Deshalb fordert er, Museen als Institutionen von Bildung und Vermittlung stärker in den Fokus zu nehmen, und hat ein Plädoyer für das Museum als außerschulischen Lernort formuliert.

Der Hintergrund: Begeisterung für MINT-Fächer fördern, das regt die PISA-Studie an. Die MINT-Lücke bei den Arbeitskräften schließen, das fordert die Wirtschaft. Und hier kommt ein Museum wie das TECHNOSEUM ins Spiel. „Wer selbst ausprobiert, lernt intensiv, erinnert sich an das Erlebte, wird begeistert und ist fasziniert“, so Lüdtke.

Der Spot ist Teil der Museums-Initiative „Jugend für Technik“, die 2013 gestartet wurde, um für die Relevanz von Technik und Naturwissenschaften gesellschaftlich und politisch zu sensibilisieren.

printSeite Empfehlen

Ein Plädoyer für das Museum als außerschulischen Lernort: Begeisterung wecken, Kompetenzen stärken

Wer spielend lernen will, besucht das Museum. So sollte es sein. Die Bildungspolitik muss Museen als Institutionen von Bildung und Vermittlung deshalb stärker in den Fokus nehmen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln konstatiert in seinem MINT-Herbstreport von 2017, dass die MINT-Arbeitslücke einen neuen Rekordwert erreicht hat: Es fehlen gut 290.000 Arbeitskräfte in den MINT-Berufen, die Lücke liegt damit um 42,9 Prozent höher als im Vorjahr. Und die zunehmende Digitalisierung in Unternehmen kann diese Lücke schnell vergrößern.

So weit, so schlecht. Doch was wird dagegen getan? Welche Ideen werden entwickelt? Wenn das Institut der Deutschen Wirtschaft fordert, die MINT-Bildung – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – in der Breite zu stärken, so ist das sicher klug und richtig. Doch darf der Fokus dabei nur auf den Schulen liegen? Die aktuellen PISA-Ergebnisse, auf die sich das Kölner Institut bezieht, verdeutlichen: Vor allem die Begeisterung an MINT-Fächern sollte deutlich stärker geweckt werden. Und spätestens hier kommen Technik-Museen ins Spiel. Denn wer kann dafür besser begeistern als die Museen, deren inhaltlicher Kern MINT-Themen sind?

Museumsbesuche und damit das non formale – und lebenslange - Lernen durch Erleben sind eine notwendige Ergänzung auf dem Lehrplan. Edutainment würde man neudeutsch sagen. Wer selbst ausprobiert, lernt intensiv, erinnert sich an das Erlebte, wird begeistert und ist fasziniert. Nur sehen oder hören reicht oft nicht. Das Museum ist ein Ort des Erfahrens, seine Relevanz als außerschulischer Lernort kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Direktor TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim

Mannheim, 17.1.2018